Leo Tolstois Anna Karenina zählt zu den großen Gesellschaftsromanen der Weltliteratur. John Neumeier, zu dessen Spezialitäten Handlungsballette nach literarischer Vorlage gehören, war zutiefst fasziniert von diesem komplexen Werk. Doch wie lässt sich ein Roman von 800 Seiten auf die Bühne bringen? Neumeier hat 2017 seine eigene Interpretation geschaffen, in der er die Handlung auf das Wesentliche herunterbricht und Tolstois Stoff aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart bringt.
Zu Musik von Peter Tschaikowsky, Alfred Schnittke und Cat Stevens / Yusuf Islam lässt John Neumeier – inspiriert von Tolstois Vorlage – ein modernes Gesellschaftsporträt auf der Bühne entstehen. Mit Anna Karenina als stolzer Frau im Zentrum hat der Choreograph ein weiteres Handlungsballett geschaffen, das eine starke weibliche Stimme in den Vordergrund rückt und über gesellschaftliche Rollen nachdenken lässt – ähnlich wie er es bereits bei seinem Meisterwerk Die Kameliendame getan hat.
John Neumeier ist eine Institution. Nach choreographischen Anfängen beim Stuttgarter Ballett hat er mehr als 50 Jahre lang das Hamburg Ballett geleitet. Über die Hansestadt hinaus hat er sich einen Namen als Ausnahmechoreograph vor allem für abendfüllende Werke – seien sie erzählend oder sinfonischer Art – gemacht. Im Sommer 2024 legte er an der Elbe sein Amt als Ballettintendant nieder, doch seine Ballette bleiben bewegend aktuell. Mit der Stuttgarter Erstaufführung von Anna Karenina kehrt er zurück zu seinen Anfängen in Stuttgart.
Zu Musik von Peter Tschaikowsky, Alfred Schnittke und Cat Stevens / Yusuf Islam lässt John Neumeier – inspiriert von Tolstois Vorlage – ein modernes Gesellschaftsporträt auf der Bühne entstehen. Mit Anna Karenina als stolzer Frau im Zentrum hat der Choreograph ein weiteres Handlungsballett geschaffen, das eine starke weibliche Stimme in den Vordergrund rückt und über gesellschaftliche Rollen nachdenken lässt – ähnlich wie er es bereits bei seinem Meisterwerk Die Kameliendame getan hat.
John Neumeier ist eine Institution. Nach choreographischen Anfängen beim Stuttgarter Ballett hat er mehr als 50 Jahre lang das Hamburg Ballett geleitet. Über die Hansestadt hinaus hat er sich einen Namen als Ausnahmechoreograph vor allem für abendfüllende Werke – seien sie erzählend oder sinfonischer Art – gemacht. Im Sommer 2024 legte er an der Elbe sein Amt als Ballettintendant nieder, doch seine Ballette bleiben bewegend aktuell. Mit der Stuttgarter Erstaufführung von Anna Karenina kehrt er zurück zu seinen Anfängen in Stuttgart.
Handlung
I. Akt
Während Alexej Karenin für seine Wiederwahl in St. Petersburg eine politische Kundgebung abhält, trainiert Graf Alexej Wronski in Moskau mit seinem Regiment für ein Lacrosse-Spiel. Zusammen mit ihrem Sohn Serjoscha unterstützt Anna Karenina ihren Mann.
Nach der Kundgebung überkommt Anna zu Hause eine Welle der Einsamkeit.
Annas Bruder Stiwa ruft aus Moskau an und bittet sie, in einem ernsten Ehestreit zu vermitteln. Seine Frau Dolly hatte ihn mit dem Kindermädchen Miss Hull ertappt. Anna reist nach Moskau, wo sie zufällig Graf Wronski begegnet – ein schwerwiegendes Zusammentreffen. Der schreckliche Unfall eines Arbeiters wirkt auf sie wie ein böses Omen. Dolly und Stiwa streiten. Anna tröstet Dolly und die Kinder.
Auf dem Land träumt der aristokratische Grundbesitzer Lewin von Kitty, Dollys Schwester.
In Moskau feiert Kitty mit ihren jungen Freunden ihre Verlobung mit Graf Wronski. Anna begleitet Dolly und Stiwa auf das Fest und begegnet erneut Graf Wronski. Ein Spiel mit dem Feuer.
Anna spielt mit ihrem Sohn Serjoscha.
Leidenschaftliche Gedanken an Wronski.
Alexej Karenin, Anna und Serjoscha schauen dem Lacrosse-Spiel zu. Vor Spielbeginn erzählt Anna Wronski, dass sie schwanger ist. Wronski spielt unkonzentriert. Ein Unfall. Annas verzweifelte Reaktion verrät ihre Beziehung.
Kitty hatte einen Nervenzusammenbruch. Lewin besucht sie im Sanatorium.
Stiwas Fehltritte – nun mit Tänzerinnen vom Bolschoi-Theater – hören nicht auf.
Dolly ist entschlossen, ihre Familie zu verlassen, aber ihre Kinder stimmen sie um.
Anna bringt Wronskis Kind zur Welt – das auch Anna genannt wird.
Dem Tode nahe versucht Anna, Wronski mit ihrem Mann zu versöhnen. Kitty heiratet Lewin. Anna verlässt ihre Familie, um mit Graf Wronski zu leben. Karenin bleibt allein mit dem Kind Anna zurück.
Nach der Kundgebung überkommt Anna zu Hause eine Welle der Einsamkeit.
Annas Bruder Stiwa ruft aus Moskau an und bittet sie, in einem ernsten Ehestreit zu vermitteln. Seine Frau Dolly hatte ihn mit dem Kindermädchen Miss Hull ertappt. Anna reist nach Moskau, wo sie zufällig Graf Wronski begegnet – ein schwerwiegendes Zusammentreffen. Der schreckliche Unfall eines Arbeiters wirkt auf sie wie ein böses Omen. Dolly und Stiwa streiten. Anna tröstet Dolly und die Kinder.
Auf dem Land träumt der aristokratische Grundbesitzer Lewin von Kitty, Dollys Schwester.
In Moskau feiert Kitty mit ihren jungen Freunden ihre Verlobung mit Graf Wronski. Anna begleitet Dolly und Stiwa auf das Fest und begegnet erneut Graf Wronski. Ein Spiel mit dem Feuer.
Anna spielt mit ihrem Sohn Serjoscha.
Leidenschaftliche Gedanken an Wronski.
Alexej Karenin, Anna und Serjoscha schauen dem Lacrosse-Spiel zu. Vor Spielbeginn erzählt Anna Wronski, dass sie schwanger ist. Wronski spielt unkonzentriert. Ein Unfall. Annas verzweifelte Reaktion verrät ihre Beziehung.
Kitty hatte einen Nervenzusammenbruch. Lewin besucht sie im Sanatorium.
Stiwas Fehltritte – nun mit Tänzerinnen vom Bolschoi-Theater – hören nicht auf.
Dolly ist entschlossen, ihre Familie zu verlassen, aber ihre Kinder stimmen sie um.
Anna bringt Wronskis Kind zur Welt – das auch Anna genannt wird.
Dem Tode nahe versucht Anna, Wronski mit ihrem Mann zu versöhnen. Kitty heiratet Lewin. Anna verlässt ihre Familie, um mit Graf Wronski zu leben. Karenin bleibt allein mit dem Kind Anna zurück.
II. Akt
Obwohl sie mit Graf Wronski in Italien glücklich ist, verfolgen Anna Gedanken an ihren Sohn Serjoscha. Ein wiederkehrender Traum von dem bedrohlichen Arbeiter aus der Situation ihres ersten Zusammentreffens quält
Wronski und Anna. Ein Schatten fällt auf ihre Beziehung.
Anna kehrt anlässlich von Serjoschas Geburtstag nach St. Petersburg zurück.
Karenin wird von Lydia Iwanowna getröstet.
Lewin und Kitty genießen einen Morgen auf dem Land.
Die Beziehung zwischen Anna und Wronski verschlechtert sich zusehends. Frustriert über ihre Isolation entscheidet sich Anna, eine Opernaufführung von Eugen Onegin zu besuchen. Sie fühlt sich von der Moskauer Gesellschaft gekränkt und sieht Graf Wronski mit der jungen Prinzessin Sorokina. Nur Dolly steht zu ihr.
Im Zweifel über Wronskis rückhaltlose Liebe begeht Anna aus Verzweiflung Selbstmord.
Serjoscha, Wronski, Karenin und Lewin betrauern ihren Tod. In Moskau, in St. Petersburg, auf dem Land – und im Theater – geht das Leben weiter.
Wronski und Anna. Ein Schatten fällt auf ihre Beziehung.
Anna kehrt anlässlich von Serjoschas Geburtstag nach St. Petersburg zurück.
Karenin wird von Lydia Iwanowna getröstet.
Lewin und Kitty genießen einen Morgen auf dem Land.
Die Beziehung zwischen Anna und Wronski verschlechtert sich zusehends. Frustriert über ihre Isolation entscheidet sich Anna, eine Opernaufführung von Eugen Onegin zu besuchen. Sie fühlt sich von der Moskauer Gesellschaft gekränkt und sieht Graf Wronski mit der jungen Prinzessin Sorokina. Nur Dolly steht zu ihr.
Im Zweifel über Wronskis rückhaltlose Liebe begeht Anna aus Verzweiflung Selbstmord.
Serjoscha, Wronski, Karenin und Lewin betrauern ihren Tod. In Moskau, in St. Petersburg, auf dem Land – und im Theater – geht das Leben weiter.